Studienergebnisse zum Ernährungsstatus von Kleinkindern

Studienergebnisse
Ernährungszustand von Kleinkindern in Deutschland

Zur Ermittlung des Ernährungszustands von Kleinkindern in Deutschland wurde eine ganze Reihe von unabhängigen Studien durchgeführt. Diese Studien sind bekannt unter den Abkürzungen KiGGS, DONALD, VELS und GRETA. Dahinter stehen aufwendige Erhebungen an Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen, die teilweise vom Robert-Koch-Institut in Berlin durchgeführt wurden, vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund sowie von der Universität Paderborn.

 

Diese Studien weisen auf wichtige Versorgungsprobleme in der Ernährung unserer Kleinkinder hin, die hier beschrieben werden.

  • Kleinkind Vitamin D

    Tipps

    Ernährung: Vor allem in der sonnenarmen Jahreszeit sollte ihr Kind pro Woche 1-2 Mal Fisch (fettarm zubereitet), Champignons oder Pfifferlinge sowie 1-2 Eier bekommen; Eier in Aufläufen oder Kuchen zählen natürlich auch.

    Kindermilch: Sie ist mit Vitamin D angereichert und stellt so eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung Ihres Kindes dar.

    Sonne: Ihr Kind sollte sich regelmäßig im Sonnenlicht bewegen. Experten empfehlen, in den Monaten April bis September 5 bis 30 Minuten 2-mal pro Woche zwischen 10 und 15 Uhr mit unbedecktem Kopf, freien Armen und Beinen in der Sonne sein. Denn das meiste Vitamin D (90%) nehmen wir nicht über die Nahrung auf, sondern produzieren es bei Sonnenlicht selbst in unserer Haut.

    Vitamin D-Supplemente: Die werden insbesondere für Hochrisikogruppen, wie Dunkelhäutige und „Stubenhocker“ empfohlen.

  • Vitamin D
    Wichtig für die Knochen

    Vitamin D ist wichtig für Wachstum und Entwicklung der Knochen. Es fördert die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und dessen Einbau in die Knochen. Eine weitere Bedeutung hat Vitamin D für das Immunsystem und möglicherweise auch als Schutz vor Diabetes.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu wenig Vitamin D

    Das meiste Vitamin D (ca. 90%) nehmen wir nicht über die Nahrung auf, sondern produzieren es bei Sonnenlicht selbst in unserer Haut. Da Kinder heutzutage aber kaum noch täglich und genug nach draußen kommen, kommt es schnell zu einer Unterversorgung mit Vitamin D.

    Aktuelle Studien zeigen weiterhin, dass Kleinkinder in Deutschland nur unzureichend Vitamin D mit der Nahrung aufnehmen. In einer Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE), in der die Nährstoffzufuhr von Kleinkindern aus 525 Haushalten untersucht wurde, lag die Vitamin D-Zufuhr der
    meisten Kleinkinder unter den aktuellen Empfehlungen.

     

     

    Mangelhafte Vitamin D-Zufuhr bei Kleinkindern in Deutschland

    Mangelhafte Vitamin D-Zufuhr bei Kleinkindern in Deutschland. Die durchschnittliche Vitamin D-Versorgung von Kleinkinder liegt 94% unterhalb der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 20µg Vitamin D pro Tag . Quelle: GRETA-Studie (Hilbig et al. 2011).


    Folgen einer Vitamin D-Unterversorgung

    Im Säuglings- und Kindesalter kann eine Vitamin D-Unterversorgung zum Krankheitsbild der Rachitis führen. Als weitere Anzeichen können Beinfehlstellungen, eine herabgesetzte Muskelkraft, Krämpfe, Knochenschmerzen und eine erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. Weiterhin kann es zu verlangsamtem Wachstum und einem erhöhtem Risiko für Knochenbrüche und Diabetes mellitus Typ 1 führen.

    Besonders betroffen sind Kinder, die strikt vegan oder makrobiotisch ernährt werden, die also keine tierischen Lebensmittel bekommen. Problematisch ist es auch für die Kinder, die kaum an die Sonne kommen oder aus Einwandererfamilien stammen mit dunkler Hautpigmentierung.

  • Jod
    Wichtig für Stoffwechsel und Wachstum

    Jod ein ist wesentlicher Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel und das Wachstum einzelner Zellen und des Gesamtorganismus spielen.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu wenig Jod

    Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass bis zu 49% der untersuchten Kinder in der Altersgruppe von 0 bis 2 Jahren unterhalb der von der WHO definierten wünschenswerten Jodversorgung liegen. In der Altersgruppe 3-6 Jahre liegen bis zu 42% aller Kinder unterhalb der WHO-Kriterien.

    Mangelhafte Jod-Versorgung von Kleinkindern in Deutschland

    Mangelhafte Jod-Versorgung von Kleinkindern in Deutschland. Bis zu 49% aller untersuchten Kinder erreichen nicht die von der WHO definierten Kriterien für eine ausreichende Jodversorgung. Quelle: KiGGS-Studie (IEM-Fachinformation).


    Folgen einer Jod-Unterversorgung

    Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone sind von entscheidender Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung. Ein langanhaltender Jodmangel führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die erhebliche Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit zur Folge hat. Es kann sich eine Neigung zu erhöhter Infektanfälligkeit zeigen, zu Veränderungen von Haut und Haaren sowie Darmträgheit. Ein chronischer Jodmangel bei Kindern kann weiterhin zu Intelligenzminderung und geistiger Behinderung führen.

  • Lebensmittel Jod

    Tipps

    Gute Nahrungsquellen: Gute Jodquellen für Ihr Kind sind Seefisch, Fleisch, Wurst, Milch und Milchprodukte.

    Für die Speisenzubereitung zu Hause verwenden Sie am besten immer Jodsalz. Aber bitte auch Jodsalz nur sparsam verwenden!

    Kindermilch: Sie ist mit Jod angereichert und stellt so eine sinnvolle  Ergänzung der täglichen Ernährung Ihres Kindes dar.

    Beim Einkauf in Bäckerei und Metzgerei können Sie nachfragen, ob die Produkte  mit Jodsalz hergestellt wurden. Jodsalz gibt es auch in manchen Fertiggerichten (auf das Zutatenverzeichnis schauen).

  • Tipps

    Regelmäßiger Fleischkonsum: Nehmen Sie 3 Mal pro Woche Fleisch- und Wurstwaren auf den Speiseplan Ihres Kindes.
    Bevorzugen Sie  mageres Fleisch wie Muskelfleisch oder Schweineschnitzel und magere Wurst wie Schinken oder Cornedbeef.
    Bei fleischloser Ernährung: Geben Sie eisenreiche Getreide wie Hafervollkorn, Hirse, Amaranth, Quinoa. Die sind für süße und pikante Mahlzeiten geeignet.
    Pflanzliches Eisen: Eisenreiche Getreide sollten Sie am besten zusammen mit
    Vitamin C-haltigen Lebensmitteln zusammen geben wie Obst, Gemüse oder Säfte. Dann ist das Eisen besonders gut für den kindlichen Körper verfügbar.

    Kindermilch: Sie ist wie Folgemilch mit Eisen angereichert und kann so eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung Ihres Kindes darstellen.
    Supplemente: Die Einnahme von Eisensupplementen wird von Ernährungsexperten aufgrund der Gefahr der Überdosierung nicht empfohlen.

  • Eisen
    Wichtig für die Blutbildung und Entwicklung des Gehirns

    Eisen ist als lebenswichtiger Mineralstoff entscheidend an Wachstum und Entwicklung im Säuglings- und Kleinkindalter beteiligt. Neben seiner Bedeutung für die Blutbildung hat Eisen wesentliche Aufgaben bei der Entwicklung des Gehirns und für die Ausbildung von geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Insbesondere bis zum Alter von 2 Jahren spielt eine ausreichende Eisenzufuhr für die Gehirnreifung eine tragende Rolle.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu wenig Eisen

    Verzehrsdaten aus Deutschland weisen darauf hin, dass die durchschnittliche Eisenzufuhr von Kleinkindern in Deutschland 30% unterhalb der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt. Europäische Verzehrsdaten (Eurogrowth-Studie) zeigten bei 7% der 1-Jährigen einen Eisenmangel.

    Mangelhafte Eisenzufuhr bei Kleinkindern in Deutschland

    Mangelhafte Eisenzufuhr bei Kleinkindern in Deutschland.Die durchschnittliche Eisenzufuhr von Kleinkindern in Deutschland liegt bis zu 30% unterhalb der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 8mg Eisen pro Tag. Quelle: Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern (VELS-Studie; DGE-Ernährungsbericht 2008).


    Folgen einer Eisen-Unterversorgung


    Eine direkte Folge einer Eisenunterversorgung ist die Eisenmangelanämie, auch Blutarmut genannt. Weiterhin wird unter Experten intensiv diskutiert, ob eine Eisenunterversorgung im Säuglings- und Kleinkindalter langfristige Folgen bis ins Schulkindalter hat. Bekannt ist das Risiko eingeschränkter Merkfähigkeit, geringerer mathematischer Fähigkeiten sowie verminderter geistiger Entwicklung.

     

  • Folsäure
    Wichtig für Wachstum, Entwicklung und Blutbildung

    Das Vitamin Folsäure nimmt während der Wachstums- und Entwicklungsphase eine bedeutende Stellung ein. Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und ermöglicht Zellteilung und damit Zellneubildung. Wichtig ist auch seine Rolle bei der Blutbildung – speziell bei der Entstehung und Reifung der roten Blutkörperchen.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu wenig Folsäure

    Die durchschnittliche Folsäurezufuhr unterschreitet laut deutscher Verzehrsstudien (VELS- und DONALD-Daten) für 1- bis 3-Jährige die Empfehlungen der DGE um etwa 50 %.

    Mangelhafte Folsäurezufuhr bei Kleinkindern in Deutschland

    Mangelhafte Folsäurezufuhr bei Kleinkindern in Deutschland. Die durchschnittliche Folsäurezufuhr bei Kleinkindern in Deutschland liegt bis zu 50% unterhalb der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 200µg Folsäure pro Tag. Quelle: Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern (VELS-Studie; DGE-Ernährungsbericht 2008).

     

    Folgen einer Folsäure-Unterversorgung

    Ein Folsäuremangel zeigt sich insbesondere durch Störungen der Zellentstehung im Körper. Deshalb ist Folsäure in Zeiträumen schnellen Wachstums, wie beispielsweise während dem Säuglingsalter und der frühen Kindheit, besonders wichtig. Erste Symptome einer Unterversorgung mit Folsäure zeigen sich in Form von Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden sowie Störungen des Blutbildes.

  • Lebensmittel Folsäure

    Tipps

    Folsäurereiche Gemüsesorten: Ihr Kind sollte täglich Gemüse bekommen, wie
    Brokkoli,  Blumenkohl, Spinat, Erbsen oder Fenchel.

    Vollkornprodukte: Auch Vollkornprodukte gehören auf den Speiseplan.
    Eier: Geben Sie Ihrem Kind mindestens 1–2 Eier pro Woche; dazu gehören auch
    die Eier, die in Kuchen oder Aufläufen verarbeitet sind. Bei vegetarisch ernährten Kindern können es sogar mehr Eier sein.

    Kindermilch: Sie ist mit Folsäure angereichert und stellt so eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung Ihres Kindes dar.

    Frühstückszerealien: Die sind zwar oft mit Folsäure angereicht, achten Sie aber auf deren Zuckergehalt, der oft sehr hoch ist.

  • Lebensmittel Eiweiß

    Tipps

    Fleisch und Wurst: Beschränken Sie Fleisch und Wurst auf maximal 3 Mahlzeiten pro Woche.

    Bevorzugen Sie  mageres Fleisch wie Muskelfleisch oder Schweineschnitzel und magere Wurst wie Schinken oder Cornedbeef.

    Milchprodukte: Davon sollte Ihre Kind 3 Portionen täglich bekommen (insgesamt 300–330ml Milchprodukte; 100ml Milch entsprechen 100ml Joghurt und ca. 15g Schnittkäse oder 30g Weichkäse).

    Kindermilch: Sie hat einen im Vergleich zur Kuhmilch niedrigeren Eiweißgehalt und kann so zu einer sinnvollen Verminderung der täglichen Eiweißzufuhr Ihres Kindes beitragen.

  • Eiweiß
    Wichtig für Wachstum und alle Körperfunktionen

    Eiweiß ist ein lebenswichtiger Nährstoff. Ohne Eiweiß ist kein Leben möglich, da es für Wachstum und sämtliche Körperfunktionen benötigt wird. Unter anderem brauchen wir Eiweiß für den Muskelaufbau, den Nährstofftransport im Blut, die Produktion von Enzymen und Hormonen, aber auch für unsere Infektabwehr.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu viel Eiweiß

    Aktuelle Ernährungsstudien zeigen aber, dass Kleinkinder in Deutschland sehr viel Eiweiß zu sich nehmen, teilweise das Zwei- bis Dreifache der Empfehlungen.

    Eiweißzufuhr bei Kleinkindern in Deutschland

    Eiweißzufuhr bei Kleinkindern in Deutschland. Gemessen an den Empfehlungen der DGE, nehmen Kleinkinder fast das 3fache an Eiweiß zu sich. Quelle: GRETA-Studie (Hilbig et al. 2011).


    Folgen einer Eiweißüberversorgung

    Es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass ein zu hoher Eiweißkonsum im Säuglings- und Kleinkindalter zu Übergewicht im späteren Lebensalter führen kann. Studien zeigen, dass Kleinkinder, die im Alter von 12 bis 18 Monaten zu viel Eiweiß bekamen, mit sieben Jahren einen höheren Body Mass Index (BMI) und einen höheren Körperfettanteil hatten. Das trifft insbesondere für tierisches Eiweiß zu, das im Kleinkindalter insbesondere aus Milch und Milchprodukten stammt.

  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
    Wichtig für die Gehirnentwicklung und die Augen

    Zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure sowie die Omega-6-Fettsäure Linolsäure. Diese können vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Sie gelten daher als essenziell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Essenzielle Fettsäuren spielen eine besondere Rolle für den Zellaufbau, das zentrale Nervensystem und die Augen.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren

    Die ernährungsphysiologische Auswertung der VELS-Studie zeigt, dass die Fettqualität der Kleinkindernährung in Deutschland verbessert werden sollte. Sie enthält durchschnittlich zu viel an unerwünschten gesättigten Fettsäuren und zu wenig an erwünschten mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

    Mangelhafte Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren

    Mangelhafte Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Kleinkinder in Deutschland nehmen durchschnittlich nur etwa 40% der von der DGE empfohlenen Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu sich. Quelle: Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern (VELS-Studie; DGE-Ernährungsbericht 2008).


    Folgen eines Mangels an mehrfach ungesättigten Fettsäuren

    Da mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine hohe Bedeutung für das bei Kleinkindern rasch wachsende Zentralnervensystem haben, können bei einem Mangel Probleme wie Konzentrationsschwierigkeiten und Lernstörungen auftreten.

  • Lebensmittel mehrfach ungesättigten Fettsäuren

    Tipps

    Fleisch- und Wurstwaren: bevorzugen Sie mageres Fleisch wie Muskelfleisch oder Schweineschnitzel und magere Wurst wie Schinken oder Cornedbeef.

    Fisch: Bringen Sie 1–2 x wöchentlich fettarm zubereiteten Seefisch wie Seelachs und Kabeljau auf den Speiseplan Ihres Kindes.

    Zum Kochen und für Salate: Verwenden Sie Raps-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl (Rapsöl ist besonders empfehlenswert).

    Kindermilch: Sie enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren und stellt so eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung Ihres Kindes dar.

  • Tipps

    Leitungswasser: Das sollte das Getränk erster Wahl Ihres Kindes sein.

    Alternativ: Sie können Ihrem Kind auch ungezuckerten Tee geben, z.B. Kamillen- oder Pfefferminztee.
    Säfte: 100%ige Fruchtsäfte sollten Sie mit Wasser verdünnen, mindestens 1:2.

    Ernährungsexperten empfehlen insgesamt eine Flüssigkeitsaufnahme für Kleinkinder über Getränke von mindestens 600ml pro Tag.

  • Zucker
    Lecker, aber nicht zu viel

    Es gibt keine genauen Empfehlungen, wie viel Zucker für Kleinkinder akzeptabel ist. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte die tägliche Zuckerzufuhr unter 10% der Gesamtenergieaufnahme liegen, für Kleinkinder entspricht das etwa 27g Zucker oder 9 Zuckerwürfel.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu viel Zucker

    In der VELS-Studie stieg die Zufuhr zugesetzter Zucker im Verlauf des Kleinkindesalters auf bis zu 12% der Gesamtenergieaufnahme, entsprechend etwa 33 g Zucker oder 11 Zuckerwürfel. Dazu kommen noch weitere Zuckermengen aus zuckerhaltigen Getränken. Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis war, dass sich die Menge an Süßigkeiten zwischen 1 und 3 Jahren verdoppelt.


    Folgen von zu viel Zucker

    Zucker ist zwar lecker, aber zu viel kann zu Übergewicht und Karies führen. Außerdem verdrängen süße Softdrinks den Verzehr von Milch, wodurch die Kinder zusätzlich auch noch weniger an wichtigen Nährstoffen erhalten. Denn Softdrinks enthalten nur „leere“ Kalorien.

     

  • Salz
    Der Körper braucht nur geringe Salzmengen

     

    Salz enthält Natrium, das in geringen Mengen wichtig für den Körper ist, z.B. für den Wasserhaushalt und Muskelfunktionen. Wenn die Salzzufuhr aber zu hoch wird, kann das negative Folgen haben.

    Kleinkinder in Deutschland bekommen zu viel Salz

    Die DGE schätzt, dass Kleinkinder weniger als 1 Gramm (nur 0,8g) Salz pro Tag benötigen. Diese Schätzwerte werden in sämtlichen Erhebungen zur Nährstoffversorgung bei Kindern weit überschritten. Es zeigt sich auch, dass die Zufuhr mit dem Alter steigt und in allen Altersklassen bei Jungs höher ist als bei Mädchen. In der VELS-Studie lag die tägliche Zufuhr zwischen 2,1 und 2,8g Salz, wobei die durch Nachsalzen aufgenommenen Salzmengen noch nicht einmal berücksichtigt werden konnten.


    Folgen von zu viel Salz


    Salzhaltiges Essen in der frühen Kindheit kann zu einer dauerhaften Vorliebe für ‚salzig‘ führen. Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche, die im Kleinkindesalter oft salzhaltige Lebensmittel gegessen hatten, eine Abneigung gegen Nahrungsmittel mit geringem Salzgehalt hatten. Im Erwachsenenalter ist das dann ein anerkannter Risikofaktor für Bluthochdruck.

    Zudem ist die Niere bei Kleinkindern erst mit etwa 18 Monaten ausgereift, so dass vor allem bis dahin eine stark eingeschränkte Salzzufuhr sinnvoll ist.

     

  • Tipps

    Kochen: Isst Ihr Kleinkind am Familientisch mit, sollten Sie beim Kochen kaum Salz verwenden.
    Jodiertes Speisesalz: Zum Kochen und Nachsalzen sollten Sie stets jodiertes Speisesalz verwenden. Ernährungsexperten empfehlen auch Salz, das nicht nur mit Jod, sondern auch mit Fluorid für die Zähne und dem Vitamin Folsäure angereichert wurde.
    Salzreiche Produkte: Geben Sie Ihrem Kind nur selten und wenig Knabbergebäck, Fertigsuppen, Hartkäse, Hartwurste oder salzbestreutes Gebäck.



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